Flugggs- und fast ein Jahr vorbei

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Kellerstöckl am Eisenberg

Ich liege im Schatten eines Kellerstöckl im südlichen Burgenland, die Sonne scheint recht gnadenlos auf die Rebstöcke voll reifer blauer Uhudler Trauben, die sich ungespritzt wunderbar naschen lassen. Die Landschaft ist wunderschön und beruhigend. Der Blick gleitet die Rebstöcke entlang, hinunter zum Dorf und zu den Höfen und Häusern unter dem Eisenberg. Die steilen Rieden werden von Hand bearbeitet und köstlicher DAC Blaufränkischer wird gekeltert. In der weiten Ebene beginnt Ungarn, die pannonische Tiefebene.

Geschriebenenstein mit Blick in die panonische Tiefebene

Der regenarme Sommer hat die Landschaft bereits frühzeitig ins Herbstlicht gestellt und selbst das Laienauge erkennt die Trockenheit, die Eichen am Höhenrücken des Eisenbergs sind braun, wie sonst um die Jahreszeit höchstens Kastanien es sind. Ein leichter Wind macht’s aber möglich, die Wärme und die wunderschöne Landschaft zu genießen. Wunderbar!

Ich merke, wie sehr mir grade jetzt die Ruhe gut tut. Und wie fein es ist, gar nicht viel zu denken. Mein Hüttenwirtinnenruhestand ist so bewegt, wie ich es geahnt habe. Manchmal fast zu viel Bewegung zwischen meinen beiden ordentlichen Wohnsitzen Niederndorf und Palfau. Und schließlich möchte ich ja auch noch unterwegs sein.

Das flapsig angekündigte Credo, mein Leben zu dritteln hat sich bewahrheitet. 1/3 daheim in Niederndorf, 1/3 daheim in Palfau, 1/3 unterwegs.

Es hat sich im Dezember 25 daheim in Niederndorf was gar wundersames zugetragen
Daheim in Palfau, hinterm Haus Lodge 150
Unterwegs fühlt sich auch oft daheim an

Im Jahr 2025 waren Christoph und ich ziemlich viel unterwegs. Erst am Nordkap, (dazu gibt es Geschichten auf der Seite) später noch in Sizilien (da war ich vor lauter Abenteuer mit schreiben überfordert).

So haben wir Europa mal ganz flott mit dem Wohnmobil durchquert, haben viel erlebt und sind wieder gerne nach (2) Hause gekommen.

Im Jahr 2026 ist manches anders gekommen als geplant. Sometime life is different!

Meist aber haben Hu und Wu (Huberundwurzrainer) einen Plan B und C parat und mit Optimismus ausgestattet und einem Quäntchen Glück sind wir mehr als gut durch die Stromschnellen des Lebens gesteuert-

Danke.Leben.Danke den vielen guten Menschen, die uns Rudern geholfen haben.

– und haben trotzdem vieles erlebt und spannende Reisen mit unserem Wohnmobil unternommen.

Dazu grad ein paar Bilder von unterwegs

Bei den Tulpen in Holland
In den Dünen von Nederzandt (NL)
Rotterdam darf auch nicht fehlen
Im belebten, charmanten Leiden (NL) haben wir Arie und Trudy besucht
Der Charme von Brügge verträgt die wirklich vielen Gäste locker
In Bierbeck (B) bei Luc und Leona sind wir durch Buchenwälder geradelt und haben viele Blutbuchen gesehen
Meran (I) habe ich das erste Mal besucht!
Bezaubernd
Schenna (I) mit dem Mausoleum vom Erzherzog Johann (den eigentlich die Steirer immer für sich proklamieren😌)
Trencin (SK) ist Kulturhauptstadt Europas
Kultur ist nicht gleich geschönte Welt
Kultur ist nicht gleich geschönte Welt
Jugendstil, da steh ich drauf- in Sopron (H)
Tosca im Römersteinbruch St. Margarethen

Die bunte Bildergalerie, die im Laufe eines Reisejahres entsteht, soll aber nicht das Wesentliche in den Hintergrund drängen.

Christoph und ich haben ein sehr gemütliches Reisetempo, mein Fahrstil hat sich dem Wohnmobil angepasst und ich muss nicht mehr jedes Museum durchforsten und jedes Türmchen erklimmen.

Auf einer Bank sitzen, irgendwo am Ufer liegen oder einfach nur im Wohnmobil herumtrödeln, das genieße ich sehr. Bei unseren Wanderungen bin ich es gewohnt, dass Christoph immer vor mir oben ist, dafür habe ich ein Stück Treibholz am Rucksack hängen oder eine Feder im Haar. So hat halt jede/r einen Vogel und eine Freud!

All die Erlebnisse, Landschaften und Plätze sind aber nur eine Seite des Reisens. Es geht mir nicht nur darum, Orte zu besuchen, sondern Menschen zu erleben.

Es sind Begegnungen mit Fremden oder berührende Momente des Wiedersehens mit Menschen, die ich meist seit Kindheit oder zumindest aus Teenagertagen kenne. Menschen, die mich und meine Familie über viele Jahre am Hans Berger Haus als Gäste besucht haben und zu Freunden geworden sind. Für diese Begegnungen bin ich mindest so dankbar, wie für die vielen Jahre meines erfüllten Berufslebens und für noch viele Jahre des gesunden Älterwerdens.

Es sind freudig herzjauchzende Momente, wenn mir eine fremde Frau übern Gartenzaun Kuchen anbietet oder mich die Mutter einer Freundin willkommen heißt, obwohl sie mich vor 20 Jahren das letzte Mal gesehen hat.

Mein Papa Adi hat immer gesagt, es sei nicht der Berg der ruft, sondern die Menschen, die drunter wohnen.

So sehe ich das mit Reisen auch.

Und Glücksmädel, wie ich bin, treffe ich auf gute Menschen an schönen Orten!

Drum bin ich auch hier im Schatten des Kellerstöckl bei Angela, einer lieben Freundin aus den wilden Jugendjahre!

Danke.Leben

Eisenberg, südliches Burgenland, August 26

Die Huberin - Freigeistin und Reisende